Kommunalpolitik
Mit dem Abzug der US-amerikanischen Streitkräfte, der bis Ende 2015 erfolgen soll, eröffnet sich für Heidelberg eine große (und möglicherweise sogar die auf absehbare Zeit letzte) Gelegenheit für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Die frei werdenden Flächen umfassen rund 200 Hektar, die für eine zivile Nutzung – als Lebens- und Arbeitsraum für etwa 6.000 Einwohner – zur Verfügung stehen werden.
Um die einzigartigen Chancen nutzen zu können, die eine solche Konversion bietet, formulierte unser Ortsverein auf einer Mitgliederversammlung am 9. Juni, unterstützt von Christoph Nestor (Mieterverein Heidelberg), erste Leitziele für die Entwicklung dieser Flächen (Patrick Henry Village, Airfield, Patton Barracks, Campbell Barracks, Mark Twain Village, Hospital).
Direkt hinter dem Spielplatz neben der Synagoge befindet sich die "Villa Fuchs". Das imposante Baudenkmal der Gründerzeit, das sich die Bauherren, die Inhaber der Fuchsschen Waggonfabrik, einst als Wohnung und Firmensitz errichteten, steht unter Denkmalschutz. In den vergangenen Jahrzehnten diente das Haus als Verwaltungsgebäude, zuletzt für Einrichtungen der US-Armee. Das seit einigen Monaten leerstehende Gebäude wird im Mai 2011 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) zum Verkauf gebracht.
"Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld?" Unter diesem Motto stand die erste Mitgliederversammlung unseres Ortsvereins im Jahr 2011. Zusammen mit unserer Gemeinderätin Irmtraud Spinnler diskutierten wir am 3. Februar in den Räumen von "Obdach e.V." den Haushaltsentwurf der Stadt Heidelberg für die Jahre 2011 und 2012.
Überschäumender Jubel bei den Gegnern, lange (manche Beobachter meinten sogar: grüne) Gesichter bei den Befürwortern - beim Bürgerentscheid zu der Frage, ob die historische Stadthalle zu einem Kongress- und Kulturzentrum umgebaut werden solle, votierten am 25. Juli 2010 26.324 Bürgerinnen und Bürger (67,1 %) mit "Nein". In den Wahlbezirken der Weststadt, wo sich unser Ortsverein gegen die Erweiterung der Stadthalle engagiert hatte, stimmten sogar 72,91% der Wählerinnen und Wähler gegen das umstrittene Vorhaben.
Am 25. Juli haben die Heidelberger Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, in einem Bürgerentscheid über den geplanten Anbau oder Neubau bei der Stadthalle abzustimmen. Mit Infoständen an drei Samstagen wirbt auch unser Ortsverein für die Position der SPD: "Nein" zum Anbau oder Neubau an der Stadthalle, der das historische Stadtbild zerstört, "Ja" zu einem Kongresszentrum am Hauptbahnhof!